Freitag, 15. Mai 2015

Wie ich gefeuert wurde und meinen Job wiederbekam


Von Emmett J. Nolan (Portland, Oregon USA)

Dieser Artikel kommt von einem Organizer der »Industrial Workers of the World (IWW)« aus Portland, Oregon (USA) und beschreibt die Umstände unter denen er gefeuert wurde und anschließend zurück an seinen Arbeitsplatz kam. Wissend, dass Kündigungen die größte Gefahr während des Organizings darstellen, sind solche detaillierten Beschreibungen sehr wertvoll für ArbeiterInnen, die lernen möchten sich zu organisieren. Emmett organisierte sich in einem typischen Umfeld: Ohne Gewerkschaft, nur halb-öffentlich und bemüht darum, die Fehler der Business-Unions nicht zu wiederholen, Arbeit ohne Betriebsvereinbarungen, Gewerkschaftswahlen oder die typischen Abmachungen zwischen Gewerkschaften und Geschäftsführung. Emmetts Geschichte ist hilfreich um zu zeigen, welche Spannungen im Arbeitsprozess entstehen und wie es möglich ist, Dinge zu verändern.

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Freitag, 20. März 2015

Debattenbeitrag von IWW OrganizerInnen in der »Analyse & Kritik« zum Verhältnis von linkem Aktivismus und eigener Berufstätigkeit

Wie sich der Reformismus in die »spannenden Jobs« vieler Linker schleicht. 

Die Arbeitsbedingungen dominieren den Inhalt der Lohnarbeit - trotz der Schönrederei der Berufspraxis linker Akademiker_innen

 

Von Frieda Heumann und Mark Richter
Wo stehst du, wenn es knallt? Die Antwort liegt in der eigenen kämpferischen Praxis. Denn ob Linke Katalysator für die Revolte sind oder nur die zukünftige Innovationselite für das Kapital, ist keine Frage der Theorie. Das klingt zwar hart, verdeutlicht aber auch die Lücke zwischen dem Anspruch der radikalen Linken und der realen Teilnahme an stattfindenden Kämpfen. Entgegen der Behauptung vieler Linker gibt es die befriedeten Arbeitsplätze gar nicht, an denen Kolleg_innen nicht tagtäglich von ihren Chef_innen drangsaliert werden. Selbst die Jobs, in denen die gut ausgebildete Mittelschicht arbeitet, sind von Konflikten geprägt. Diese werden jedoch oft als individuelles Fehlverhalten verhandelt. Dieser Umstand taucht in der Debatte zu selten auf. Er offenbart sich nämlich erst, wenn man mittendrin steckt oder sich aufmerksam mit Kolleg_innen unterhält. Daher unsere Devise: Organize!

Dienstag, 3. Februar 2015

Mit dem DGB gegen die AfD?

Von der IWW Bremen:
In den Bemühungen, eine große, einheitliche Demonstration zum AfD Bundesparteitag im Hotel Maritim am 31. Januar vorzubereiten, spielen DGB-Funktionär/innen aus verschiedenen politischen Richtungen eine wichtige, aber nicht unwidersprochene Rolle. Das gemeinsame Bemühen der DGB-Aktivist/innen, in der Hauptsache bei verschiedenen Einzelgewerkschaften angestellten Sekretäre, ist darauf ausgerichtet, den DGB in eine herausragend sichtbare Position zu bringen. Am besten in die erste Reihe mit besonderer Berücksichtigung bei Redebeiträgen und Presseauftritten.
Wir möchten mit diesem Beitrag einen Blick auf die inhaltlichen Positionen werfen, für die der DGB sich in den letzten Jahren stark gemacht hat und daran bewerten, ob ein Platz in der ersten Reihe angemessen ist.
Die AfD steht für eine extreme Variante deutschen Nationalismus, sie schürt rassistische Anschauungen zu Angst vor Zuwanderer/innen in die Sozialsysteme. In besonderer Weise propagiert die AfD die kapitalistischen Konkurrenzverhältnisse und feiert Leistungszwang. Wer sich für den Standort Deutschland kein Bein ausreißen kann oder will, soll harsch diszipliniert werden: Zahlreiche AfD-Denker/innen haben schon sehr laut über den Entzug des Wahlrechts für BezieherInnen von Sozialleistungen (Hartz IV) nachgedacht. Die AfD bedient Stammtischhetze gegen Minderheiten, befördert Homophobie, schürt viele Proteste gegen die Einrichtung von Unterkünften für Flüchtlinge.

Dienstag, 13. Januar 2015

Antidemokratisches Seminar im Mercure Hotel Eschborn verhindern!

"Der Boss braucht dich - du brauchst ihn nicht!"
Am 08. Januar begann im Mercure Hotel in Eschborn eine antidemokratische Seminarreihe der Kanzlei Schreiner & Partner, die sich vornehmlich damit beschäftigt, wie die Rechte von Lohnabhängigen in Betrieben systematisch hintergangen werden können. In diesen Seminaren geht es vor allem darum Unternehmenschefs und Personaler*innen miese Tricks im Umgang mit kämpferischen Betriebsräten und unliebsamen Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern beizubringen. Bereits die Titel der Seminare sprechen Bände, wie eine beispielhafte Auflistung zeigt: 
  • „Der Umgang mit schwierigen Betriebsräten – So reagieren Sie richtig auf blockierende, übereifrige oder fremdgesteuerte Betriebsräte.“ (08.01), - „Die einseitige Änderung von Arbeitsverhältnissen 
  • So flexibilisieren Sie ihre Arbeitsverhältnisse“ (04.02.), - „Die Kündigung störender Arbeitnehmer 
  • So gestalten Sie kreativ Kündigungsgründe“ (05.02.), 
  • „So weisen Sie ihren Betriebsrat in die Schranken“ (25.03.) und zum krönenden Abschluss am 22.04: „In Zukunft ohne Betriebsrat“. 

Existenziell Bedroht: Erwerbslos  / prekär / befristet / Niedriglohn

Flickr: fabian-felixHeute präsentieren wir euch einen Veranstaltungsmitschnitt des Blockupy Bündnis Bremen mit Herbert Thomsen vom Bremer Erwerbslosenverband.
Er referiert über die so genannte Erwerbslosenbewegung, die Schaffung des Niedriglohnsektors mit Hilfe des DGB und den Widerstandsperspektiven. Der Vortrag fand bereits im April 2014 statt, bleibt aber weiterhin aktuell.
https://www.youtube.com/watch?v=s9fuR2eGVCQ

Freitag, 9. Januar 2015

8,50 Euro Mindestlohn – Hartz IV ist gewiss

via IWW Bremen
Flickr: Dennis SkleyAm 1. Januar 2015 ist es soweit: Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro kommt. Es gibt viele Ausnahmen extra für Zeitungszusteller/innen, Menschen unter 18 Jahren, Azubis, ausbildungsbegleitende Praktika und für Langzeitarbeitslose.
Der DGB sieht im Mindestlohn eine wichtige Komponente für fairen Lohn und gute Arbeit. Die Bundesregierung sieht die Würde in der Arbeit wiederhergestellt.
An der betrieblichen Ausbeutung wird der Mindestlohn nichts ändern. Die Unternehmen planen umfangreiche Maßnahmen sich schadlos zu halten, so etwa die Einstellung von billigen Auszubildenden oder die Ausweitung von unbezahlten Überstunden. Wehren müssen wir uns selbst – es hilft kein Gesetz.


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Interview mit der IWW: „Geht nicht, gibt’s nicht!“ Organisierung im Niedriglohnsektor.


Der allgemeinen Verschlechterung der Lebenslage für alle Lohnabhängigen in der BRD der letzten 25 Jahre konnten die Mainstream Gewerkschaften wie der DGB nichts entgegensetzen – und wollten es eigentlich auch nicht so richtig.
 Aber auch von linker (gewerkschaftlicher) Seite waren die Versuche dem etwas entgegen zu setzen, begrenzt. Oft genug scheinen die Organisierungsbemühungen wenig von Erfolg gekrönt zu sein. Viele Linke in der BRD sind deshalb auch der Meinung, dass es gerade im prekären Niedriglohnbereich nicht möglich ist, sich mit KollegInnen zusammen zu organisieren. Das dem nicht so sein muss, zeigen die Erfolge der IWW in den USA, aber auch in der Bundesrepublik. Dazu sprach Mark Richter von der IWW Frankfurt am Main mit Radio Corax. Das Interview könnt ihr euch hier anhören:
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